Wundmanagement & Dokumentation

Dekubitus richtig dokumentieren – Leitfaden für die Pflege

Die lückenlose Dekubitus-Dokumentation schützt Patient und Pflegekraft gleichermaßen. Sie ist Grundlage für Qualitätsprüfungen (QPR), Haftungsfragen und die Wundtherapie. Der DNQP-Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ (2. Aktualisierung 2017) und die EPUAP/NPIAP/PPPIA-Leitlinie (2019) definieren die Anforderungen. Die Dokumentation wird im Strukturmodell (SIS) in der Risikomatrix (Risikofeld Dekubitus) und im Maßnahmenplan abgebildet.

~10 %
stationäre Prävalenz (DNQP)
DNQP 2017
Expertenstandard (2. Aktual.)
4 + 2
EPUAP-Kategorien + Sonder
⏱ Lesezeit: ~14 Min. · Aktualisiert: April 2026

EPUAP/NPIAP-Kategorien (2019)

Epidemiologie: Die Dekubitus-Prävalenz in deutschen Pflegeeinrichtungen liegt laut DNQP bei ca. 10 % (stationär) bzw. 5–8 % (ambulant). In Intensivstationen beträgt sie bis zu 25 %. Jährliche Behandlungskosten: geschätzt 1–2 Mrd. € im deutschen Gesundheitswesen (GKV-Spitzenverband, 2024). Die häufigsten Lokalisationen: Sakrum/Steißbein (40 %), Fersen (30 %), Trochanter (15 %). Ein Dekubitus Kategorie IV kann im Durchschnitt 6–12 Monate bis zur Heilung benötigen. Die Prophylaxe über SIS-Risikomatrix, Mobilitätsförderung und Hilfsmittel ist daher wirtschaftlich und ethisch geboten.

Die internationale Dekubitus-Klassifikation nach EPUAP/NPIAP/PPPIA (2019) unterscheidet vier Kategorien/Stadien plus zwei Sonderkategorien:

KategorieBeschreibungErkennungsmerkmalDokumentation
Kat. I Nicht wegdrückbare Rötung bei intakter Haut Fingertest: Rötung bleibt bei Druck bestehen. Bei dunkler Haut: Temperatur, Konsistenz prüfen Lokalisation, Größe (cm), Dauer, Hautfarbe, Temperatur, Hautbeschaffenheit
Kat. II Teilverlust der Haut (Dermis). Flaches, offenes Ulkus oder intakte/offene Blase Rosa Wundbett, keine Nekrose, keine Granulation. Keine Hautfalten-Läsion (= IAD!) Größe (L × B × T), Wundgrund, Exsudat (Menge + Farbe), Wundrand
Kat. III Vollständiger Hautverlust. Subkutanes Fett sichtbar, aber Knochen/Sehne/Muskel nicht freiliegend Tiefer Krater, ggf. Taschen. Tiefe variiert je nach Körperregion + Taschenbildung (Uhr-Schema), Unterminierung, Gewebeart, Geruch
Kat. IV Vollständiger Gewebeverlust. Knochen, Sehne oder Muskel freiliegend/tastbar Osteomyelitis-Risiko! Häufig Nekrose, Fisteln, Infektionszeichen + Fotodokumentation obligat, Abstrichnahme bei Infektionsverdacht
n.k. Nicht klassifizierbar – Wundgrund durch Nekrose/Belag verdeckt Erst nach Débridement Kategorie bestimmbar Als „nicht klassifizierbar“ dokumentieren + Belag/Nekrose beschreiben
V.T.G. Vermutete tiefe Gewebeschädigung – intakte Haut, dunkles Areal Purpurfarbene/kastanienbraune Verfärbung. Kann sich rasch zu Kat. III/IV entwickeln Tägliche Kontrolle dokumentieren + Verlauf mit Fotos

Keine Rückstufung! Ein Dekubitus Kategorie IV heilt nicht zu Kategorie II „zurück“. Korrekte Dokumentation: „Dekubitus Kat. IV, Wundheilung: Granulation 80 %, Epithelisierung 20 %“. Der höchste erreichte Grad bleibt bestehen. Die Unterscheidung zur Intertrigo (Inkontinenz-assoziierte Dermatitis / IAD) ist essenziell: IAD entsteht durch Feuchtigkeit, Dekubitus durch Druck. Bei Inkontinenz-Patienten können beide gleichzeitig auftreten.

Wundassessment – was dokumentiert werden muss

1
Lokalisation

Exakte Körperstelle (z. B. „Sakrum, 3 cm kranial der Analfalte“). Bei mehreren Wunden: jede einzeln nummerieren. Körperschema-Skizze empfohlen.

2
Größe (L × B × T)

Länge und Breite in cm (größter Durchmesser), Tiefe mit steriler Sonde messen. Standardisierte Messmethode wählen und beibehalten (z. B. Uhrzeigermethode: Länge = 12–6 Uhr).

3
Wundgrund

Gewebeart prozentual schätzen: Granulation (rot), Epithelisierung (rosa), Fibrin/Belag (gelb), Nekrose (schwarz/braun). Beispiel: „60 % Granulation, 30 % Fibrinbelag, 10 % Nekrose“.

4
Exsudat

Menge (kein/wenig/mäßig/viel), Farbe (serös/sanguinolent/purulent/grünlich), Geruch (keiner/leicht/stark/fötid). Bei Geruch → Infektionsverdacht!

5
Wundrand und Wundumgebung

Wundrand: glatt/unregelmäßig/unterminiert/mazeriert. Wundumgebung: Hautzustand (intakt/gerötet/mazeriert/induriert). Abstand Wundrand – veränderte Haut in cm.

6
Schmerz und Infektionszeichen

Schmerz: NRS (0–10), Zeitpunkt (Ruhe/Verbandwechsel/Bewegung). Infektionszeichen: Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerz, Fieber → Arzt informieren!

7
Fotodokumentation

Maßstab (Lineal/Aufkleber) + Datum im Bild. Standardisierte Aufnahmeposition. Einwilligung des Patienten einholen und dokumentieren. Ab Kategorie III obligat.

Bewertungsinstrumente

📈

PUSH-Tool 3.0

Pressure Ulcer Scale for Healing (NPUAP/NPIAP). Bewertet Fläche, Exsudat und Gewebeart in einem Score (0–17). Ideal für Verlaufskontrolle – sinkender Score = Heilungsfortschritt.

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RYB-System (Wundfarben)

Red-Yellow-Black: Rot = Granulation (schützen), Gelb = Fibrin (reinigen), Schwarz = Nekrose (abtragen). Einfache Kommunikation im Team und mit Angehörigen.

📷

Digitale Wunddokumentation

Apps wie MEDIFOX DAN Wundmanager, Healico, SpeediCath bieten standardisierte Fotoerfassung, automatische Flächenmessung und Integration in die Pflegedokumentation (SIS). Pflege-Apps und Digitalisierung vereinfachen die Verlaufskontrolle erheblich.

Ernährung und Dekubitusprophylaxe

Der DNQP-Expertenstandard (2017) betont die Rolle der Ernährung bei der Dekubitusentstehung und -heilung. Mangelernährung erhöht das Dekubitusrisiko um das 2–3-Fache (EPUAP 2019). Folgende Parameter sind in der Risikomatrix (SIS) zu erfassen:

  • BMI und Gewichtsverlauf: Gewichtsverlust > 5 % in 3 Monaten = Risikofaktor. Bei Dysphagie oder PEG-Sonde besonders relevant
  • Eiweißzufuhr: EPUAP empfiehlt 1,25–1,5 g Protein/kg/Tag bei Dekubitusrisiko, 1,5–2,0 g bei bestehendem Dekubitus
  • Flüssigkeit: Mind. 30 ml/kg/Tag. Dehydratation verschlechtert Hautelastizität und Gewebeperfusion
  • Mikronährstoffe: Zink, Vitamin C, Vitamin A, Eisen – unterstützen die Wundheilung. Supplementierung nach ärztlicher Anordnung
  • Dokumentation: Ernährungsscreening (z. B. MNA – Mini Nutritional Assessment) bei Aufnahme, Trink-/Essprotokolle bei Risiko, Lösung im Maßnahmenplan festhalten

Praxistipp: Bei patients mit Diabetes besonders auf die Eiweißzufuhr achten – diabetische Neuropathie und Mikrozirkulationsstörungen verstärken das Dekubitusrisiko. Die Blutzuckereinstellung beeinflusst die Wundheilung direkt. Bei Blutdruckentgleisungen kann die Gewebeperfusion zusätzlich kompromittiert sein.

Rechtliche Dokumentationspflicht

Gesetzliche Grundlagen

  • § 630f BGB: Ärztliche Dokumentationspflicht (gilt auch für delegierte Wundversorgung)
  • § 113 SGB XI: Maßstäbe und Grundsätze zur Sicherung der Pflegequalität
  • § 3 PflBG: Auf Pflegefachpersonen übertragene Dokumentation der Pflegeprozesse
  • QPR 2025: Prüfrichtlinien des MDS bewerten Wunddokumentation explizit

Haftungsrelevanz

  • Beweislastumkehr: Fehlende Dokumentation kann zur Beweislastumkehr führen – der Pflegedienst muss nachweisen, dass kein Fehler vorlag
  • Datenerhebungszeitpunkt: Ersterhebung innerhalb von 4 Stunden nach Aufnahme empfohlen
  • Verlaufsdokumentation: Bei jedem Verbandwechsel aktualisieren
  • Aufbewahrungsfrist: Pflegedokumentation 10 Jahre (§ 630f Abs. 3 BGB)

Grundsatz: „Was nicht dokumentiert ist, hat nicht stattgefunden.“ – Dieser Grundsatz gilt besonders bei Dekubitus. Lückenhafte Dokumentation ist der häufigste Grund für erfolgreiche Haftungsklagen gegen Pflegedienste.

DNQP-Expertenstandard Dekubitusprophylaxe

Der DNQP-Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ (2. Aktualisierung 2017) definiert sechs Kriterienebenen mit Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien:

EbeneAnforderungDokumentation
E1 Risikoeinschätzung bei Aufnahme/Erst-kontakt Risikomatrix (SIS) oder Braden-Skala. Ergebnis + Datum dokumentieren
E2 Individuelle Maßnahmenplanung bei Risiko Maßnahmenplan: Bewegungsförderung, Druckentlastung, Hautpflege, Ernährung
E3 Druckverteilende Hilfsmittel bereitstellen Welches Hilfsmittel? (z. B. Wechseldruckmatratze, Sitzkissen) + Zeitpunkt der Bereitstellung
E4 Bewegungsförderung und Lagerung Lagerungsplan (Intervalle, Positionen), Mikrolagerung, Evaluation der Hautreaktion
E5 Information und Schulung Patient/Angehörige Beratungsnachweis: Was wurde besprochen? Verständnis sichergestellt? Material ausgehändigt?
E6 Ergebnis: Kein Dekubitus / Wundheilung Regelmäßige Hautinspektion (Ergebnis dokumentieren), Wundverlauf bei bestehendem Dekubitus

Lagerungsplan dokumentieren

Dokumentationsbeispiel

„08:00 – 30°-Schräglagerung links, Fersen frei gelagert (Kissen unter Unterschenkel). Hautkontrolle Sakrum: keine Rötung. 10:00 – Mobilisation in Rollstuhl mit Sitzkissen Roho Quadtro. 12:00 – Rückenlagerung, Mikrolagerung mit Keilkissen. Hautkontrolle beidseits Trochanter: Rötung rechts, wegdrückbar → Fingertest negativ → keine Kat. I.“

– Muster nach DNQP-Expertenstandard 2017

  • Intervalle individuell: Nicht „alle 2 Stunden“ pauschal, sondern nach Hautreaktion. Wenn nach 2h Rötung → kürzeres Intervall
  • Mikrolagerung: Kleine Positionswechsel (10–15°) zählen! Auch diese dokumentieren
  • Nächtliche Lagerung: Schlafqualität berücksichtigen – nicht grundlos wecken. Bei Hochrisikopatienten: Wechseldruckmatratze bevorzugen
  • Sitzdauer: Max. 2 Stunden im Rollstuhl dokumentieren, dann Druckentlastung. Hilfsmittel wie Spezialsitzkissen im Maßnahmenplan festhalten
  • Transfertechniken: Bei Transfers auf Scherkräfte achten – Ziehen über das Laken vermeiden! Gleitmatten oder Lifter nutzen. Scherkräfte sind ein häufiger, unterschätzter Dekubitusauslöser

Dekubitus-Dokumentation bei besonderen Pflegesituationen

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Demenz & Delir

Patienten mit Demenz oder Delir können Schmerzen nicht adäquat äußern. Schmerzäußerung über Verhaltensbeobachtung (BESD-Skala) dokumentieren. Häufiger ungenügende Nahrungsaufnahme → erhöhtes Risiko. Biografiearbeit hilft, Kooperationsprobleme bei der Lagerung zu verstehen.

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Palliativ & Ethik

In der Sterbephase kann ein Kennedy Terminal Ulcer (KTU) auftreten – schnell entstehender Dekubitus trotz optimaler Versorgung. Als „unvermeidbar“ dokumentieren. Das Therapieziel wechselt von Heilung zu Komfort (Schmerzkontrolle, Geruchsreduktion). Trauerbegleitung für Angehörige anbieten.

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Adipositas & Kachexie

Adipositas: Erhöhtes Risiko durch Schwitzen, Hautfalten (Intertrigo!), erschwerte Mobilisation. XXL-Matratzen, verstärkte Lifter (Hilfsmittel). Kachexie: Knochenvorprünge exponiert, kaum subkutanes Polster → höchstes Dekubitusrisiko. Ernährungsintervention priorisieren.

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Überleitung & QS

Bei Krankenhausüberleitung: Wundstatus bei Aufnahme sofort dokumentieren (cave: Haftung!). Fotos innerhalb von 4 Stunden. Vergleich mit Überleitungsbogen. Bestehende Dekubiti im SIS-Erstgespräch erfassen. Das indikatorengestützte Verfahren (§ 113 Abs. 1a SGB XI) erfasst „einrichtungserworbene“ vs. „mitgebrachte“ Dekubiti.

Angehörigenberatung: Der DNQP-Expertenstandard (E5) fordert die Information und Schulung von Patienten und Angehörigen. Dokumentieren Sie: Was wurde erklärt? Wurde Informationsmaterial ausgehändigt? Hat der Angehörige die Lagerungstechnik demonstriert bekommen? Burnout-Prävention für pflegende Angehörige ansprechen – Dekubitusprophylaxe ist für Laien belastend. Die Pflegekasse finanziert Pflegekurse für Angehörige (§ 45 SGB XI) und Verbrauchs­hilfsmittel (42 €/Monat).

Häufige Fragen

Muss ein Dekubitus Kategorie I gemeldet werden?

Ja – intern immer. In der stationären Pflege als unerwünschtes Ereignis im Qualitätsmanagement. Für die Ergebniserfassung (Indikator-gestütztes Verfahren nach § 114a SGB XI) zählen Kategorie II–IV. Im ambulanten Bereich: dem behandelnden Arzt mitteilen und Wundversorgung als Behandlungspflege verordnen lassen.

Wie oft muss die Wunde dokumentiert werden?

Bei jedem Verbandwechsel (Pflichtdokumentation). Zusätzlich ein vollständiges Assessment (mit Fotodokumentation): wöchentlich bei akuten Wunden, alle 2–4 Wochen bei chronischen Wunden. PUSH-Score alle 1–2 Wochen für die Verlaufskontrolle.

Muss die Fotodokumentation vom Patienten genehmigt werden?

Ja! Die Einwilligung muss schriftlich vorliegen (DSGVO Art. 9 – Gesundheitsdaten). In der Pflegedokumentation vermerken. Ohne Einwilligung: detaillierte schriftliche Beschreibung + Körperschemaskizze als Alternative.

Kann ein Dekubitus trotz guter Pflege entstehen?

Ja – die EPUAP-Leitlinie (2019) erkennt „unavoidable pressure injuries“ an: Bei multimorbiden, immobilen Patienten oder in der Sterbephase („Kennedy Terminal Ulcer“) kann ein Dekubitus trotz aller Maßnahmen entstehen. Entscheidend ist die Dokumentation: Wenn alle prophylaktischen Maßnahmen nachweislich durchgeführt wurden, liegt kein Pflegefehler vor.

Wie unterscheide ich Dekubitus von Intertrigo / IAD?

Dekubitus entsteht durch Druck und/oder Scherkräfte über Knochenvorprüngen (Sakrum, Ferse, Trochanter). IAD (Inkontinenz-assoziierte Dermatitis) entsteht durch Feuchtigkeit (Urin, Stuhl) und betrifft nicht nur Knochenvorprünge, sondern Hautfalten und perigebitale Bereiche. Unterscheidung: Fingertest (nur bei Dekubitus nicht wegdrückbar), Lokalisation, Ursache. Beide können bei Inkontinenz gleichzeitig auftreten! Differenzierung ist haftungsrelevant.

Brauche ich für die Dekubitus-Dokumentation noch die Braden-Skala?

Im Strukturmodell (SIS) ist die Risikomatrix das primäre Instrument – sie ersetzt die Braden-Skala als Pflichtdokumentation. Die Braden-Skala kann ergänzend genutzt werden, ist aber nicht erforderlich. In der QPR-Prüfung wird die fachliche Plausibilität der Risikoeinschätzung bewertet, nicht der Braden-Score. Bei komplexen Fällen kann die Braden-Skala jedoch eine zusätzliche Absicherung bieten.

Was sind die häufigsten Dokumentationsfehler bei Dekubitus?

1. Fehlende Ersterfassung bei Aufnahme (Wundstatus nicht innerhalb von 4 h dokumentiert). 2. Keine Fotodokumentation ab Kat. III. 3. Rückstufung von Kategorien („Kat. IV → Kat. II“). 4. Pauschale Lagerungsintervalle („alle 2h“) statt individueller Hautreaktion. 5. Fehlende Differenzierung Dekubitus vs. IAD. 6. Keine Dokumentation der Angehörigenberatung (DNQP E5). 7. PUSH-Score nicht erhoben bei chronischen Wunden. 8. Keine Verlaufsdokumentation beim Verbandwechsel.

Welche Hilfsmittel werden bei Dekubitus von der Kasse bezahlt?

Druckverteilende Matratzen (statisch/dynamisch/Wechseldruck), Sitzkissen, Fersenschoner, Lagerungshilfen – alle über § 33 SGB V (Hilfsmittel) auf ärztliche Verordnung. Wundversorgungsmaterial ist Behandlungspflege (§ 37 SGB V). Zusätzlich: Pflegekasse finanziert Verbrauchshilfsmittel (42 €/Monat ab PG 1) und Hilfsmittel & Mobilität (bis 4.180 €). Der Unterschied SGB V / SGB XI bestimmt den Kostenträger.

Testen Sie Ihr Wissen

Prüfen Sie Ihr Wissen zum Thema Dekubitus-Dokumentation mit dieser abschließenden Frage:

Wissenscheck
Welches Klassifikationssystem empfiehlt der DNQP-Expertenstandard zur Einteilung eines Dekubitus in der Dokumentation?
A) Norton-Skala (Grad I–IV)
B) EPUAP/NPIAP-Kategorien (I–IV)
C) Braden-Score (Punktwert 6–23)
Auflösung anzeigen

Richtige Antwort: B

Der DNQP-Expertenstandard empfiehlt die EPUAP/NPIAP-Kategorien I–IV zur Klassifikation. Die Norton-Skala (A) und der Braden-Score (C) sind Risikoassessment-Instrumente zur Einschätzung der Dekubitusgefahr – sie dienen nicht der Einteilung eines bereits bestehenden Dekubitus.

📚
Tim Reinhold

Dozent für Pflegeweiterbildung · Fachautor für Dekubitus richtig dokumentieren – Leitfaden für die Pflege im Wissenszentrum Pflege. Wissen, das in der Praxis ankommt.