Gewaltprävention in der Pflege – Online-Kurs
8 Unterrichtseinheiten + 2 optionale Bonus-Einheiten im Selbststudium. Von Gewaltformen und Risikofaktoren über Deeskalation und freiheitsentziehende Maßnahmen bis zu Schutzkonzepten und Meldepflichten – praxisnah und rechtssicher.
+ 2 optionale Bonus-UE
3 Monate Laufzeit
im eigenen Tempo
bescheinigung
Warum Gewaltprävention in der Pflege unverzichtbar ist
Gewalt in der Pflege ist kein Randphänomen. Die WHO schätzt, dass bis zu 1 von 6 älteren Menschen weltweit von Gewalt betroffen ist – besonders in institutionellen Settings.
Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter: physische Übergriffe, psychische Demütigung, Vernachlässigung, sexualisierte Gewalt und freiheitsentziehende Maßnahmen ohne richterliche Genehmigung. In vielen Fällen geschieht sie nicht aus böser Absicht, sondern aus Überlastung, fehlendem Wissen oder mangelhaften Strukturen.
Laut einer Studie der Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesfamilienministeriums berichten über 50 % der Pflegekräfte, im vergangenen Jahr mindestens eine Form von Gewalt gegen Bewohner beobachtet zu haben. Gleichzeitig sind Pflegekräfte selbst häufig Opfer von Übergriffen durch Bewohner – insbesondere in der Demenzpflege.
Der § 8 WTG NRW (Wohn- und Teilhabegesetz) und vergleichbare Landesgesetze verpflichten Einrichtungen zur Gewährleistung der Würde und zum Schutz vor Gewalt. Bei der MD-Prüfung werden Schutzkonzepte und der Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen gezielt geprüft.
Dieser Online-Kurs vermittelt Ihnen das vollständige, aktuelle Wissen zur Gewaltprävention – von der Erkennung über die Deeskalation bis zum institutionellen Schutzkonzept.
Für wen ist dieser Kurs?
Der Kurs richtet sich an alle Pflegekräfte, die Gewalt erkennen, verhindern und professionell handeln wollen – von der Pflegehilfskraft bis zur Pflegedienstleitung.
Lernplattform & technische Voraussetzungen
Der Kurs wird über unsere eigene Lernplattform von Digiforma abgerufen.
- Internetanschluss (WLAN oder mobile Daten)
- Computer, Tablet oder Smartphone
- Kein Download oder Installation nötig
- Zugang nach Zahlungseingang (Vorkasse)
- Lernfortschritt wird automatisch gespeichert
- Alle gängigen Browser unterstützt
Kursinhalt – 8 Unterrichtseinheiten + 2 Bonus
Multiple-Choice-Tests nach jeder Einheit stellen sicher, dass Sie Gewaltprävention nachhaltig verinnerlichen. Weiter geht es erst nach Bestehen.heit freigeschaltet. Der Kursabschluss mit Teilnahmebescheinigung & Microzertifikat erfolgt nach UE 8. Die 2 Bonus-Einheiten sind optional.
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1
Grundlagen & Definitionen
Gewaltbegriff nach WHO, Abgrenzung Aggression – Gewalt – Zwang, Gewaltformen (physisch, psychisch, sexualisiert, Vernachlässigung, finanzielle Ausbeutung, FEM), Prävalenz in stationärer und ambulanter Pflege, historischer Rückblick, Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen.
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2
Risikofaktoren & Warnsignale
Risikofaktoren auf Bewohnerseite (Demenz, herausforderndes Verhalten, Abhängigkeit), auf Personalseite (Überlastung, Burnout, mangelnde Qualifikation), auf Strukturebene (Personalschlüssel, Zeitdruck, fehlende Supervision). Warnsignale erkennen: Verletzungsmuster, Verhaltensänderungen, Rückzug.
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3
Rechtliche Grundlagen
§§ 223–226 StGB (Körperverletzungsdelikte), § 240 StGB (Nötigung), § 174a StGB (sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen), § 225 StGB (Misshandlung Schutzbefohlener), §§ 823, 831 BGB (zivilrechtliche Haftung), WTG NRW / HeimG, PflBG § 4 (Berufspflichten), Garantenstellung der Pflegekraft.
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4
Freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM)
Definition und Formen von FEM (Fixierung, Bettgitter, Sedierung, elektronische Überwachung), § 1831 BGB (Genehmigungspflicht durch Betreuungsgericht), Alternativen zu FEM (Niedrigflurbett, Sensormatten, Lagerungshilfen), Dokumentationspflichten, „Werdenfelser Weg“.
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5
Deeskalation & Krisenintervention
Stufenmodell der Deeskalation (ProDeMa®-Konzept), verbale Techniken (Validation, Spiegeln, Ich-Botschaften), nonverbale Kommunikation (Körperhaltung, Distanzzonen, Mimik), Selbstschutz ohne Gewaltanwendung, Handlungsalgorithmus für akute Krisensituationen, Team-Intervention.
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6
Prävention & Schutzkonzepte
Institutionelles Schutzkonzept (Risikoanalyse, Verhaltenskodex, Beschwerdewege, Schutzbeauftragte), Personalentwicklung (Supervision, kollegiale Fallberatung, Fortbildungspflicht), milieutherapeutische Ansätze, Beschwerdemanagement, Einbindung von Angehörigen, externe Prüfinstanzen.
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7
Dokumentation & Meldepflichten
Vorfallsdokumentation (5-W-Protokoll), Meldewege intern (PDL, Einrichtungsleitung, Qualitätsmanagement), Meldewege extern (Heimaufsicht/WTG-Behörde, Polizei, Betreuungsgericht), Beweisberg und -sicherung, Nachsorge für Betroffene und beteiligte Mitarbeitende, Datenschutz bei Meldungen.
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8
Fallbeispiele & Abschlusstest
3 realitätsnahe Fallbeispiele: (1) Fixierung ohne richterliche Genehmigung bei Sturzrisiko, (2) verbale Aggression eines Bewohners mit Demenz – Deeskalation, (3) systematische Vernachlässigung durch Personalmangel – Meldepflicht. 16-Fragen-Abschlusstest über alle Einheiten. Teilnahmebescheinigung & Microzertifikat bei Bestehen.
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B1
Bonus: Gewalt gegen Pflegende
Übergriffe durch Bewohner (Treten, Schlagen, Spucken, sexuelle Belästigung), rechtliche Einordnung (Notwehr § 32 StGB, Nothilfe), Arbeitsschutz (§ 618 BGB, ArbSchG), Gefährdungsbeurteilung, Nachsorge und psychologische Unterstützung, Unfallanzeige bei BGW.
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B2
Bonus: Ethik & Selbstfürsorge
Moralischer Stress in der Pflege, ethische Dilemmata (Autonomie vs. Fürsorgepflicht), Burnout-Prävention, Resilienzförderung, Selbstfürsorge-Strategien, kollegiale Unterstützung, Supervision als Instrument der Gewaltprävention.
Häufige Fehler in der Gewaltprävention
Typische Fehler bei Gewaltprävention in der Praxis – dieser Kurs zeigt Ihnen, wie Sie die häufigsten Defizite vermeiden.
Zu den häufigsten Fehlern gehört: Bettgitter ohne richterliche Genehmigung. Bettgitter sind freiheitsentziehende Maßnahmen und bedürfen nach § 1831 BGB der Genehmigung durch das Betreuungsgericht – es sei denn, der Bewohner willigt selbst ein (und ist einwilligungsfähig). In vielen Einrichtungen werden Bettgitter routinemäßig hochgestellt, ohne dass eine Genehmigung vorliegt.
Besonders kritisch: „Das war keine Gewalt, das war zu seinem Schutz.“ Festhaltung, Zwangsmedikation oder Fixierung mit dem Argument der „Sturzprophylaxe“ sind häufige Rechtfertigungen – juristisch jedoch nur unter engen Voraussetzungen zulässig. Der DNQP-Expertenstandard Sturzprophylaxe empfiehlt ausdrücklich Alternativen zu FEM.
Ein weiterer Klassiker: Keine Vorfallsdokumentation. Gewaltvorfälle werden verharmlost, nicht dokumentiert oder nur mündlich weitergegeben. Ohne schriftliches 5-W-Protokoll (Was, Wann, Wo, Wer, Wie) ist weder eine Aufarbeitung noch eine Meldung an die Heimaufsicht möglich.
Und schließlich: Fehlende Nachsorge nach Übergriffen. Sowohl betroffene Bewohner als auch beteiligte Pflegekräfte brauchen professionelle Nachsorge. Studien zeigen: Pflegekräfte, die nach Übergriffen keine Unterstützung erhalten, entwickeln signifikant häufiger Burnout-Symptome und verlassen den Beruf.
Preise & Mengenrabatte
Inkl. USt. – der Zugang zum Gewaltpräventions-Kurs besteht für 3 Monate. Der Kursabschluss muss in dieser Zeit erfolgen.rden.
| Teilnehmer | Gesamtpreis | Preis / Person |
|---|---|---|
| 1 Person | 99 € | 99 € |
| 3 Personen | 249 € | 83 € -16% |
| 5 Personen | 399 € | 80 € -19% |
| 10 Personen | 699 € | 70 € -29% |
Zugang nach Zahlungseingang (Vorkasse)
So funktioniert der Kurs
Das können Sie nach Abschluss des Kurses
Nach allen 8 Pflicht-Einheiten beherrschen Sie die professionelle Gewaltprävention von der Erkennung bis zum Schutzkonzept.
Sie erkennen alle Formen von Gewalt in der Pflege – physisch, psychisch, sexualisiert, Vernachlässigung und freiheitsentziehende Maßnahmen – und können Risikofaktoren auf Bewohner-, Personal- und Strukturebene identifizieren.
Sie kennen die rechtlichen Grundlagen (§§ 223–226, 240 StGB, § 1831 BGB, WTG, PflBG) und wissen, wann eine Handlung strafbar ist, wann eine FEM-Genehmigung erforderlich ist und welche Meldepflichten bestehen. Sie können Deeskalationstechniken sicher anwenden und kennen das Stufenmodell für akute Krisensituationen.
Sie sind in der Lage, ein institutionelles Schutzkonzept mitzugestalten – von der Risikoanalyse über den Verhaltenskodex bis zum Beschwerdemanagement. Sie dokumentieren Vorfälle rechtssicher (5-W-Protokoll) und kennen die korrekten Meldewege.
Die zwei optionalen Bonus-Einheiten vertiefen anschließend Gewalt gegen Pflegende (Arbeitsschutz, BGW, Nachsorge) sowie Ethik & Selbstfürsorge (Burnout-Prävention, Resilienz, Supervision) – unverzichtbar für Leitungskräfte und Qualitätsbeauftragte.
Häufige Fragen zum E-Learning-Kurs
Weiterführende Informationen
Ausgewählte Fachartikel zur Gewaltprävention in der Pflege – aus dem Wissenszentrum und externen Quellen.
Unser Wissenszentrum
Unsere Weiterbildungen
- › Behandlungspflege LG 1 & LG 2
- › Pflegedienstleitung (PDL)
- › Palliativpflege
- › E-Learning: Pflegedokumentation
- › E-Learning: Schmerzmanagement
- › E-Learning: Sturzprophylaxe
- › E-Learning: Medikamentenmanagement
- › E-Learning: Wundmanagement
- › Kurse für Pflegeeinrichtungen
Externe Fachquellen
Pflichtunterweisungen
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Kontakt & Beratung
Rechtliche Hinweise zum Kursformat
Dieser Kurs ist ein Selbstlern-Onlinekurs ohne individuelle Betreuung durch Lehrpersonal.
Das Gewaltpräventions-E-Learning wird komplett im Selbststudium durchlaufen. Multiple-Choice-Fragen in der Lernplattform testen Ihr Wissen automatisiert – das Ergebnis sehen Sie direkt.
Es erfolgt keine individuelle Bewertung oder Korrektur durch Dozenten.
Haben Sie Fragen zur Gewaltprävention-Weiterbildung? Wir helfen gern: verwaltung@weiterbildungen-reinhold.de oder telefonisch 02324 / 9907464.