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TNM-Klassifikation lesen für Weiterführende

Heute erweitern das Lesen der TNM-Klassifikation, indem wir uns den Präfixen und ersten Suffixen widmen, welche die Beschreibung häufig begleiten. Wer die TNM-Klassifikation für Anfänger verpasst hat, sollte dort ansetzen, um sich kurz auf den aktuellen Stand zu bringen. Hier geht es abermals zum ersten Artikel: https://www.weiterbildungen-reinhold.de/tnm.../ Präfixe sind Vorsilben, die vor der TNM-Klassifikationen gesetzt werden. Hier geht es darum einzuschätzen, wie sicher eine Methode zur Klassifikation ist bzw. woher diese stammt. Was kompliziert klingt, lässt sich anhand der Beschreibung recht simpel darstellen. Formelbeispiel: TNM / Beispiel cT2N1M0 oder auch rpT2pN1M0 (hierbei verschiebt sich das Präfix vor die einzelne Kategorie oder kann auch doppelt vorkommen).
TNM Klassifikation
C- entspricht dem Staging durch eine klinische Untersuchung und ggf. kleineren Eingriffen. Es gibt keinen Aufschluss mehr über die Art direkt, sondern muss ggf. durch andere Präfixe erweitert werden. Beispiel cT2N1M0
Auch wenn die alten Unterkategorien C1 bis C5 veraltet sind und in der aktualisierten Fassung des TNM-Systems nicht mehr vorkommen, werden sie dennoch immer wieder angewandt und sind weit verbreitet. Sie haben einen Aufschluss über die Diagnostiksicherheit zugelassen und wurden darum auch als Zuverlässigkeitsklasse bezeichnet. Im Gegensatz zur aktuellen Methode wurden sie als Suffix verwendet und hinter die eigentliche Kategorie gesetzt.
Beispiel: T2C3N1C1M0
 

Präfixe der TNM-Klassifikation

 
C1 – klinischer Untersuchungsbefund oder allgemeine Untersuchungsmethode wie Röntgen
C2 – Spezielle Bildgebung oder endoskopischer Befund, ggf. mit Biopsieentnahme und Zytologiebestimmung.
C3 – Chirurgische Exploration, einschließlich Biopsieentnahme und Zytologiebestimmung
C4 – nach chirurgischen Eingriff und histopathologischer Untersuchung
C1 – C4 gilt als lebend Untersuchung
C5 – Staging nach Autopsie
C5 – erfolgt ausschließlich „post mortem“ des Patienten, auch wenn Tumorbedingte Staginguntersuchungen durchaus auch als Autopsie bezeichnet werden, sind diese in die Kategorien C1 – C4 einzuordnen.
P – entspricht der Altbezeichnung C4 und als zuverlässigste Stagingmethode anerkannt. Das Staging muss durch einen chirurgischen Eingriff / manchmal auch endoskopisch mit Biopsieentnahme erfolgen und ein histopathologischer Befund muss vorliegen. Die Entfernung des Tumors spielt dabei keine Rolle und ist nicht notwendig. Auch können Lymphknoten und Metastasen damit bezeichnet werden, wo dann das Präfix der entsprechenden Kategorie vorgestellt wird.
Beispielformel: pT2pN1M0
U – steht hier für die Ultraschalluntersuchung und umfasst ein Staging, welches gerne bei Speiseröhre oder Luftröhre angewandt wird. Der Ultraschall kann auch im Rahmen eines erstmaligen Staging als Präfix verwendet werden und wird später ggf. gegen eine höhere Zuverlässigkeitsklasse ausgetauscht, wenn diese erfolgt ist wie (P). Entspricht der Altbezeichnung C2. Da es sich um eine Sonderform handelt, ist es nicht ungewöhnlich, wenn vor der TNM und dem Präfix die Bezeichnung „verdacht oder das Kürzel v.a. (verdacht auf)“ bis zum Abschluss der Biopsie und des histologischen Befundes vorangestellt wird.
Formelbeispiel: v.a. uT2N0M0 (Ein Tumor ist hier noch nicht endgültig bestätigt)
A – entspricht der alten Kategorie C5 und findet als Abschlussstaging oder Zufallsstaging nach dem Versterben des Patienten statt. Hier wird die Sicherung durch Probenentnahme und histologischen Befund untermauert.
Y- Vor Operationen findet häufig ein Vorbeschuss mit Strahlentherapie bzw. der direkte Angriff durch eine Chemotherapie statt, um den Tumor zu schrumpfen und einen größeren Erhalt an gesunden Gewebe zu sichern. Durch diesen Vorangriff kann es vorkommen, dass keine lebenden Zellen des Tumors oder aber auch keiner mehr bei der OP gefunden wird. In diesem Fall wird Y-vor P gestellt, um die Statistik nicht zu verfälschen und die Effektivität damit zu verwässern.
Beispielformel: Staging nach Entfernung, Postoperativ „ypT0N0M0“
r- entspricht dem rezidiv, also einem Wiederauftritt nach erfolgreicher Therapie. Um dieses kenntlich zu machen, wird vor dem Präfix noch das Präfix r gesetzt.
Beispielformel: rpT2pN1M0
Bis zu diesem Punkt können wir bereits umfangreiche Aussagen mit den richtigen Informationen treffen.
Beispiel: Mammakarzinom R. – rpT2pN1uM1 Hepar
Auflösung: Brustkrebs in rechter Brust als Rezidiv gesichert durch Biopsie mit Zytologischen/Histologischen Befund über 2 cm aber weniger als 5 cm. Befall eines axillaren Lymphknoten mit verschieblicher Eigenschaft durch Biopsie mit Zytologischen/Histologischen Befund. Feststellung einer Verdachtsmetastase durch Ultraschall in der Leber.
Morgen erweitern wir das Lesen noch durch spezielle Klassifizierungen in TNM-Klassifikation lesen für Fortgeschrittene.
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