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Professionelle Wundversorgung – Die Geheimnisse der Profis

Wundversorgung
Professionelle Wundversorgung: Eine Wunde ist nicht wie jede andere, das sollte jeder nach kurzer Zeit in der Pflege begriffen haben. Doch welche komplexen Konstellationen stecken dahinter und wie kann ich in Zukunft mein Wundmanagement verbessern? Wir haben für Euch ein wenig tiefer geforscht.
Biografie der Wunde und Anamnese des Menschen
klingt anfangs eher komisch, sollte aber zu Beginn immer abgeklärt werden. Wie ist die Wunde entstanden, in welchem Zeitraum, gab es Besonderheiten im Verlauf?
 
Die Wundbiografie um die Entstehung lässt uns herausfinden, warum diese entstanden ist. War es ein akutes Ereignis, ein operativer Eingriff oder stehen wir vor einer chronifizierten Wunde. Auch die Zeiträume sollten so genau wie möglich benannt werden, hier können wir bereits eine erste Einschätzung darüber machen, ob die Wunde Anzeichen einer Heilungsstörung aufweist oder sich im Heilungszyklus befindet.
Was bringt der Mensch an weiteren Faktoren mit, die Einfluss auf die Wundheilung nehmen können, welche Erkrankungen sind vorhanden. Besonders interessant sind alle Faktoren des Blutes wie Hochdruck, CVI, PAVK, KHK, Thromboseneigungen, Blutverdünner, Diabetes Mellitus oder andere Anomalien wie Faktor V leiden, die einen direkten Einfluss nehmen können. Wie ist die Wie ist die körperliche Konstitution des Patienten, eher Untergewichtig oder Neigung zu Adipositas? Lassen Sie sich auch von hohen BMI Werten nicht blenden, auch hier können deutliche Mangelerscheinungen bei einer Fehlernährung auftreten. Eine Ernährungsberatung für Wunden sollte immer stattfinden wie die Einnahme von genügend Proteine, Zink, Eisen, Omega 3, Mineralstoffe und Vitamine. Hierfür eigenen sich Milchprodukte, Geflügelfleisch, Fisch (gerne Aal oder Lachs), Nüsse und Hülsenfrüchte. Die Reserven sind gerade bei großen Wunden schnell verbraucht, so dass die Wundheilung Störungen bekommt, darum ist ein regelmäßiges Essen auch eine Form der Therapie.
 

Wundversorgung: Einschätzung der Wunde

 
Sobald Sie die Hintergründe der Wunde analysiert haben, sowie Co-Faktoren abgeklärt, geht es um die Beurteilung der Wunde. Wir empfehlen immer eine Fotodokumentation durchzuführen und entsprechende Maßbänder für die Größe dabei zu haben (Eine unterschriebene Erlaubnis für den Datenschutz ist ratsam). Sorgen Sie für ausreichende Lichtverhältnisse, die Wunde muss sehr gut zu erkennen sein. Wie sieht die Wunde aus? Es kann sein, dass erst eine Säuberung stattfinden muss, um die Wundverhältnisse besser einschätzen zu können. Bei frischen Wunden sollten Sie eine hohe Exudatmenge feststellen, welche sich als weißliche Flüssigkeit mit leichtem Gelbton darstellt, auch kleinere Blutkoageln sowie Blutpfropfen sind nicht ungewöhnlich. Dies spricht noch deutlich für die Exudationsphase welche im Zeitrahmen von 1 – 4 Tagen auftritt. Das Wundsekret reinigt die Wunde vor Fremdkörpern und darf beim Verbinden nicht ins Stocken geraten. Hier sind Saugfähige Verbandsmittel angebracht, die das Sekret aufnehmen können. Sollten Verbände verwendet werden die keine Saugfähigen Eigenschaften haben kann das Wundsekret einen See bilden, welcher aufgrund des hohen Proteingehaltes ein wunderbarer Nährboden für Bakterien darstellt.
 
Wie tief ist die Wunde und welche Schichten sehen Sie? Wie sehen das aus was Sie sehen? Handelt es sich um rosiges Gewebe oder stell es sich Blass dar? Leichte Blutungen bei der Reinigung sind ein gutes Zeichen, da wir hier mit Vitalem Gewebe konfrontiert sind. Sollte die Wunde keine Anzeichen davon zeigen ist eine weitere Beobachtung angezeigt, spätestens bei Nekrosebildungen oder Entzündungszeichen ist die Vorstellung beim Hausarzt oder Chirurgen zum Depredement notwendig.
Können Sie Granulationsgewebe ausmachen? Das ist häufig ein wenig schwieriger, als Tipp, machen sie ein Foto mit Blitzlicht, sollten kleine Weiße Punkte als Blitzreflexion erscheinen in der Wunde handelt es sich um Ersatzhaut in Form von Granulat. Granulat ist ein gutes Zeichen für die Granulationsphase. Dieses baut sich im Schnitt zwischen dem 2 – 14 Tag auf und füllt die Wunde langsam auf. Hier ist die Fotodokumentation wichtig, da Sie bei jeder Wundreinigung die Fortschritte sofort abgleichen können. In der Granulationsphase ist darauf zu achten, dass die Wunde Feucht bleibt und genügend Ruhe zum auf Granulieren hat. Häufige Störungen sollten nur bei Wundproblemen wie Infektionen erfolgen, in denen die Reinigung und der Verlauf Priorität haben.
 
Achten Sie auch auf den Wundgeruch, ein süßlicher Geruch spricht für Eiterbildung, sollte aber nicht unangenehm sein. Übelriechende Wunden, die gerne auch in anderen Phasen hohe Exudatmengen aufweisen sind der klassische Fall einer Infektion. Die Bakterien zersetzen die Stoffe und bilden den Fauligen Geruch aus. Hier muss eine Konsequente Therapie mit Wundversorgung, Wundreinigung und ggf. Systemisch über Antibiotika erfolgen. Bitte bedenken Sie aber auch das während der Antibiotikatherapie sich die Wundheilung verlangsamen kann.
Behandeln sie ggf. Co-Faktoren wie CVI mit und unterbinden Sie die Auslöser der Wunde, indem Sie Verlaufsprozesse im Vorfeld planen.
Octenisept nur für infizierte Wunden verwenden, ansonsten Ringerlösung zur Reinigung. Octenisept tötet auch Bestandteile, welche für die Wundheilung elementar sind ab.
 
Juckende Wunden können mit einem Kühlpad behandelt werden, niemals pur auf die Wunde auflegen sondern immer über den Verband und mit einem Handtuch umwickelt.
Während Chemotherapien findet keine Wundheilung statt, da die Chemotherapie in die Teilung der Zellen eingreift. Das Abwägen der Therapie vs. der Wunde sollte vorher gut abgewogen werden.
Achten Sie auf Anzeichen von Mazerationen, Hydrogele sind hervorragend für die Granulationsphase geeignet müssen aber richtig dosiert eingesetzt werden da sie sonst das umliegende Gewebe aufweichen und zur Eintrittspforte für Bakterien macht.
Obacht auf das Erysipel, hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infektion der oberen Hautschicht und Lymphbahnen, eine Behandlung beim Arzt ist umgehend einzuleiten.
 
Ähnlich verhält es sich mit Phlegmone, hierbei ist die entstehende Rötung deutlich weniger abgegrenzt und reicht viel tiefer ins Bindegewebe, diese setzt sich dann an Muskeln und Sehnen fest und bildet Eitrige Einlagerungen. Dies kann im weiteren Verlauf zu Abszessen bis zur Sepsis führen.

Wundversorgung

 
Bei der Verwendung von Fettgazen, achten Sie auf das Einwachsen des frischen neuen Gewebes in das Netz, nicht einfach abreißen, sondern vorher mit Ringerlösung anlösen und Vorsicht abziehen.
 
Alginate bilden ein fantastisches Gel, um Wunden feucht zu halten und sich auch für sehr tiefe Wunden wie Dekubitalulzeration mit Taschenbildung geeignet, ein wenig Ringer darauf unterstützt die Umwandlung.
 
Kein Wunddressing bei der Wundversorgung
ist das Einbringen von Salben in die Wunde selbst, häufig sind diese aber mit antibiotischer Wirkung versehen und können den Heilungsprozess stören.
 
 
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