Niere Urin

Wie funktioniert das eigentlich mit der Niere und dem Urin?

Hach was habe ich das Thema gehasst in der Ausbildung, obwohl die Niere da noch nicht zu meinen Favoriten gehörte, ist sie heute bei meiner Diagnostikausbildung ein Dreh- und Angelpunkt der „immer“ berücksichtigt werden muss. Allein in Relation zur Größe und Effektivität, sind unsere Nieren ein Geniestreich was die Filtration von Stoffen angeht. Von Menschen gebaute Filtersystem erreichen bis heute nur 1 % der Effektivität von Nieren.
Was uns aber heute primär interessiert ist der kleinste Teil unserer Nieren, die Nephrone, von denen unsere Niere zwischen 0,9 bis 1,2 Millionen besitzt pro Stück. Das Nephron als kleinste Funktionseinheit wird in drei unterschiedliche Topografien unterteilt.
– Oberflächliche Nephrone
– Halb hohe Nephrone
– Juxtamedulläre Nephrone
Je nach Topografie unterscheiden sie sich in Länge und Filtrationsrate, sind aber vom Aufbau fast identisch.
Unser Blut fließt permanent durch die Nieren und durch die Filtrationseinheit. In der Bowman-Kapsel wird das Blut an einer semipermeable Membran vorbeigepresst, alles was also kleiner ist als die Durchlässigkeit der Membran und schnell genug wechseln kann gelangt auf die andere Seite. Die Filtration beträgt pro Niere ca. 60ml pro Minute, für beide Nieren also 7,2 Liter pro Stunde. Ohne ein Rechengenie zu sein, weiß man, dass dies nicht die Menge an Urin ist, welche ausgeschieden wird. In der Bowman-Kapsel wird keine große Selektion betrieben und die übergetretenen Bestandteile werden als Primärharn bezeichnet. Der Primärharn gelangt nun in das Tubulussystem, welches durch die absteigende und aufsteigende Henle-Schleife gekennzeichnet ist. Um die Henle-Schleife befindet sich ein Kapillarnetz, worüber fast 99% des Wassers sowie einige Elektrolyte, zurück ins Blutsystem resorbiert werden. Je nachdem welches Diuretikum verwendet wird, setzt dieses an diesem Prozess an und sorgt dafür, dass die Rückresorption beeinflusst bzw. gehemmt wird. Aber auch bestimmte Stoffe wie Ammoniak werden hier in den Primärharn sezerniert.

Niere, Urin und Lasix eine häufige Kombination

Lasix beeinflusst beispielsweise die Rückresorption aller Stoffe und selbst viele Elektrolyte werden mit dem Urin ausgeschieden. Medikamente wie Spironolacton schonen eher die Elektrolyte, bilden aber einen niedrigeren Effizienzfaktor. Die Abwägung des richtigen Medikamentes hängt von vielen Faktoren und der Überwachungsmöglichkeit ab. So ist es beispielsweise nicht sinnvoll, Lasix über längere Zeit ambulant einzusetzen, da Kaliumveränderungen zu spät erkannt werden könnten und ein Herzversagen eintreten könnte.
Der produzierte Endharn ohne Medikamente variiert ein wenig von den Stoffen der Resorption selbst, so können zwischen 1 – 40ml/ Minute pro Niere an Endharn abgegeben werden.
Der Endharn fließt nun als Urin über die Sammelröhre ins Nierenbecken und von da aus in die Blase.
– Veränderungen im Blutbild zeigen sich bei der Niere erst, wenn 50 % der Leistung eingebüßt wurde.
– Ein Anspülen der Nieren funktioniert nur, wenn noch Restfunktion in den Nieren vorhanden ist. Manchmal muss auch eine Dialyse zur Entlastung der Nieren durchgeführt werden.
– Nierenbeckenentzündungen können auch schon in jungen Jahren zu einer Sepsis und/oder Nierenversagen führen.

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