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Orale Medikamente gegen Diabetes

Diabetes Mellitus
Diabetes Mellitus und die Kontrolle der Blutzuckerwerte gehört für Pflegekräfte genauso zum Tagesgeschäft wie die Messung von Blutdruck oder Puls und stellt in der Behandlungspflege einen großen Posten des Patientenmonitoring. Ganz grob können auch viele Laien noch zwischen Typ I dem absoluten Insulinmangel und Typ II der Insulinresistenz unterscheiden. Doch das ist, wie die meisten unserer Leser wissen, nur ein Teil von dem Feld, was mit den pathologischen Blutzuckerwerten in Verbindung steht. Wir begleiten täglich nicht nur das Monitoring, sondern helfen häufig auch bei der richtigen Einnahme von Medikamenten oder verabreichen, je nach Schema und Bedarf, entsprechend das Insulin. Insulin ist für Typ I Diabetiker essenziell, um weiterleben zu können, doch bei Typ II gibt es häufig noch viele Vorstufen, bevor eine Insulintherapie wirklich notwendig wird.
 
Schauen wir uns die Problematik mal an und versuchen etwas Klarheit zu schaffen. Beim Typ II Diabetiker ist erstmal die Produktion von Insulin nicht standardmäßig betroffen, sondern kann ganz normal verlaufen bzw. sogar gesteigert, ohne dass die Zellen davon profitieren. Wir wissen heute, dass die vermehrte Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren und Lipiden in Kombination mit Adipositas als häufigste Auslöser gelten. Die Zellen benötigen immer höhere Insulindosen, um noch Glukose einschleusen zu können. Vor der Gabe von Insulin steht bei vielen die medikamentöse Therapie und wir wollen uns diese primär heute mal anschauen. Welche Medikamente gibt es und was machen sie?
 

Diabetes Mellitus orale Medikamente

 
Metformin (Biguanide)
Am bekanntesten dürfte das Metformin (Biguanide) sein. Dieses verzögert die Zuckeraufnahme aus dem Darm, genauso wie die Glykogenese der Leber und senkt die Blutfettwerte. Durch diese Wirkung soll die Resistenz der Zellen gegenüber Insulin gesenkt werden. Leider klagen auch viele Menschen über Beschwerden des Magen-Darm-Traktes als Nebenwirkung. So sind Bauchschmerzen, Durchfälle, Übelkeit und Erbrechen durchaus häufig anzutreffen. Ebenso muss auf akute Erkrankungen reagiert werden, wenn eine Niereninsuffizienz, ein schwerer Infekt, COPD oder auch Asthma und Herzinsuffizienz auftreten. Metformin muss in diesen Fällen pausiert oder abgesetzt werden.
 
Flozine oder (SGLT2-Inhibitoren)
Sind nicht ganz so bekannt, da sie auch nicht für jeden geeignet sind. Sie steigern die Blutzuckerausscheidung über den Urin und können darum nur von Menschen ohne Nieren- und Leberschäden eingenommen werden. Durch die erhöhte Ausscheidung senken sie die Blutzuckerkonzentration nach Mahlzeiten ab. Als Nebenwirkung können häufigere Infektionen im Genitaltrakt wie Blasenentzündungen und Pilze auftreten.
 
Sulfonylharnstoffe
Sehr verbreitet, aber auch einer der gefährlichsten, da sie die Bauchspeicheldrüse zur vermehrten Bildung von Insulin anregen. Dadurch besteht bei Patienten die potenzielle Gefahr einer Unterzuckerung, wenn nicht ausreichend gegessen wird. Dazu triggern sie bei vielen Menschen die Gewichtszunahme, was gerne zu einem Teufelskreis führt.
 
Inkretin-Analoga
Inkretin wird normalerweise durch die Magen- und Darmwand nach der Essensaufnahme freigesetzt und regt die Bauspeicheldrüse zur Abgabe von Insulin an. Im Gegenzug sorgt es auch für einen Sättigungseffekt. Die Inkretin-Analoga übernehmen diese Funktion, senken den Appetit und der Glukagonspiegel im Blut wird herabgesenkt. Leider reagieren Inkretin-Analoga häufig auch mit anderen Medikamenten, sodass dessen Aufnahme massiv verzögert stattfindet oder im schlimmsten Fall gar nicht.
 
Glinide
Sind ähnlich wie der Sulfonylharnstoff mit Vorsicht anzuwenden. Auch hier wird die Insulinproduktion deutlich angeregt und es muss gegessen werden, da sonst die Gefahr einer Unterzuckerung besteht. Durch die gesteigerte Gewichtszunahme kann hier wieder ein Teufelskreis entwickelt werden.
Nicht alle, aber ein paar der wichtigsten sind hier aufgeführt. Insulin selbst kann nicht Oral verabreicht werden, da die Magensäure dieses vollständig zerstört.
 
Die oralen Medikamente sind also auch nicht so harmlos wie man manchmal so denkt.
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