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Blutdruck, Kreislauf, Hypertonie und Hypotonie

Riva Rocci Blutdruck

Blutdruckmessung, Systole und Diastole

Blutdruckmessung ist eines dem gängigsten Monitoring, welche an die Pflege delegiert werden. Hierbei wird der Druck des Blutes auf die Blutgefäße gemessen, welcher seine Abhängigkeit vom Bestandsdruck, dem Gefäßwiderstand und des Herzzeitvolumens hat. Auf der linken Körperseite im Aortenbogen befindet sich kurz hinter der Aortenklappe der höchste Blutdruck, welche im laufe des Arteriellen verlaufes immer weiter abnimmt bis er zur Regulation im Kapillarsystem für die Zellatmung auf 25 – 35 mmHg gesenkt ist.
Gerade ein hoher Blutdruck kann im Gefäßsystem starke Auswirkungen auf die Lebenserwartungen eines Menschen haben, da er dabei Ablagerungen im System (Arteriosklerose) begünstigt, indem schützende Stickstoffmoleküle von dem Endothel des Arteriensystem abgeschwemmt werden. Die Ablagerungen bilden sich aber nicht wie häufig angenommen auf dem Endothel selbst, sondern in den Zwischenwänden der Tunica interna und Tunica media.
Bis heute wird der Blutdruck als RR bezeichnet, was auf den Erfinder der unblutigen Methode zurückzuführen ist, ebenfalls wie mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) als erste Messeinheit obwohl die fachlich korrektere Bezeichnung eigentlich Pascal (PA) wäre.
Die Werte, welche beim Monitoring erfasst werden als Systole und Diastole bezeichnet.

Systole
Bei der Herzarbeit handelt es sich um einen wellenartigen Pumpvorgang: Jedes Mal, wenn sich die linke Herzkammer zusammenzieht, wird das Blut stoßartig in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt, was den Blutdruck in den Gefäßen kurz ansteigen lässt. Der dabei erreichte maximale Druck wird als oberer Blutdruckwert oder auch als systolischer Blutdruck bezeichnet („Systole“ = medizinischer Fachbegriff für die Phase des Pumpvorgangs, in der sich das Herz zusammenzieht und Blut auswirft. Systole (griechisch) = das Zusammenziehen).

Diastole
Nachdem sich die linke Herzkammer beim Pumpvorgang zusammengezogen hat, muss sich die Herzkammer für den nächsten Pumpstoß erst wieder mit Blut füllen. Dafür entspannt sich die Kammer. In dieser Entspannungsphase, in der kein weiteres Blut in die Hauptschlagader gepumpt wird, fällt der Druck in den Blutgefäßen langsam ab (bis der nächste Blutstoß aus dem Herzen kommt). Der dabei erreichte niedrigste Druck wird als unterer Wert oder auch als diastolischer Blutdruck bezeichnet (von altgriechisch diastolḗ „Ausdehnung“). Bei einem Blutdruck von 120 zu 80 mmHg beim erwachsenen Menschen pulsiert also der Druck ständig wellenförmig zwischen 120 und 80 mmHg hin und her.

Der kleine Körperkreislauf / Lungenkreislauf

Für die Effizienz unseres Blutdrucksystems hat sich im Körper ein Doppelzyklus gebildet, welche jeweils vom gleichen Motor angetrieben werden (Herz bzw. Herzkammern).
Beide Zyklen sind voneinander abhängig, sodass der eine nicht ohne den anderen dauerhaft arbeiten kann, da es sonst schnell zu einem Zusammenbruch führen würde.
Kleiner Körperkreislauf (Lungenkreislauf)
Der Lungenkreislauf ist für Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff zuständig, sowie für die Abgabe von verschiedenen Abfallstoffen wie CO2 oder auch Ketonkörper.
Der Beginn des Lungenkreislaufes beginnt mit der Ankunft des Sauerstoffarmen Blutes über die obere und untere Hohlvene im rechten Vorhof, von hier aus wird es in die rechte Herzkammer geleitet, indem der Druckaufbau für den Ausstoß stattfindet. Während der Blutdruck im großen Körperkreislauf bei 120 mmHg systolisch liegt, ist der Lungenkreislauf ein Niederdrucksystem, welches ziemlich stabil bei 20/8 mmHg liegt. Bereits bei einer Erhöhung auf über 25mmHg systolisch wird von einem Pulmonalen Hochdruck gesprochen. Dieser Überdruck kann zu schweren Komplikationen führen, da die feinen Kapillargefäße in diesem Gebiet nicht auf hohen Druck ausgelegt sind. Erhöhte Gefahr für Thrombenbildungen, Rechtsherzschwäche, körperliche Schwäche, trockener Husten und Angina pectoris sind nur einige der Folgen bzw. Symptome, die auftreten können.
Nach dem Auswurf des Blutes aus der rechten Herzkammer teilen sich die Lungenarterien in zwei große Zubringerarterien für die einzelnen Lungenseiten auf. In der Lunge verzweigen sich die Arterien immer weiter in kleiner werdenden Kapillargefäße bis diese ein feines Netz über die Alveolen bilden. Das Netz um die Alveolen wo der Gasaustausch stattfindet ist so fein, dass sogar nur Erythrozyten nacheinander hindurchwandern können. Durch das Gefälle im Rahmen der Diffusion wird CO2 abgegeben und O2 aufgenommen. Doch nicht alles CO2 wird abgegeben, da sich ein ganz geringer Anteil bereits in der Atemluft befindet, verbleiben ca. 0,04 % im Körper. CO2 ist gegenüber dem häufigsten Glauben kein reines Abfallprodukt, sondern wird auch im Blut benötigt um den pH-Wert zusammen mit einigen Puffersystemen Stabil zwischen 7,38 – 7,42 zu halten (Laborwerte geben meist 7,35 – 7,45 an). Dieser stabile pH-Wert ist notwendig, damit im Körpersystem alles optimal arbeiten kann. Der nun neu vorhandene Platz in den Erythrozyten wird nun mit Sauerstoff gefüllt und kann seine Reise in den Körper von hier aus starten. Nach den Alveolen verbinden sich die Kapillarsystem wieder in zwei große Lungenvenen je Lungenseite, die dann ihren Weg Richtung linken Vorhof antreten.
Und von dort startet der große Körperkreislauf, von dem ich Euch im nächsten Artikel erzähle.
 
Kleiner Körperkreislauf
Rechter Vorhof – Trikuspidalklappe – rechte Herzkammer – Pulmonal klappe – Lungenarterien Rechts und Links – Lunge – Kapillarnetz um Alveolen – Gasaustausch – Zusammenschluss in Lungenvenen (2 rechts und 2 links)- Mündung linker Vorhof.

Der große Körperkreislauf / Körperkreislauf

Der Kreislauf des Körpers ist ein absolutes Wunderwerk. 75 Billionen Zellen wollen von den aus dem kleinen Körperkreislauf kommenden Sauerstoff gesättigten Erythrozyten versorgt werden. Das ganze incl. kleinen Körperkreislauf auf einer Länge von über 90 000 Kilometern (Alle Straßen Deutschlands ca. 229700 Km) und einer Geschwindigkeit von 4 Km/h (1,1 Meter pro Sekunde/ hängt auch vom Querschnitt der Arterie ab und kann leicht variieren) im Ruhezustand. Pro Mikroliter (0,000001 Liter) sind dabei 5 – 6 Millionen Erythrozyten (Pro Liter 5.000.000.000.000)unterwegs. Um die Übersicht, zu behalten hat unser Körper in der Blutbahn verschiedene Rezeptoren, welche ihm Aufschluss über den herrschenden Druck sowie Inhaltsstoffe liefern. Hierbei kommen die Druck- und Chemorezeptoren zum Einsatz, welche so fein funktionieren, dass im Zehntelsekunden Takt die Daten zwischen Wertsetzung am Rezeptor und Gehirn ausgetauscht werden. Berühmt hierfür sind unter anderem die Rezeptoren der Karotis, welche bei erhöhten Druck darauf zur Bewusstlosigkeit führen können, richtig eingesetzt durch einen Arzt aber auch den Blutdruck kurzzeitig senken und jemanden aus der High-pressure Zone (Systolisch 180+) holen können.
Der große Körperkreislauf startet im linken Vorhof, wo die 4 Lungenvenen eintreffen. Ab hier fließt es über die Mitralklappe in die linke Herzkammer. Die Linke Herzkammer baut ähnlich der rechten, nun so lange Druck auf bis der Bestandsdruck im nachfolgenden System überschritten wird. Sobald dies der Fall ist, wird das Blut über die Aortenklappe in die Hauptschlagader gepresst. Bei jedem Herzschlag werden aber nur 66 % im Schnitt entlassen, der Rest bleibt in der Kammer.
Anfangs über die Hauptschlagader (Aorta) später über das Arteriengeflecht verteilt sich der Auswurfstoß im gesamten Körpersystem. Die Druckwelle ist uns allen auch bekannt, da sie an einigen Arterien, welche oberflächlich verlaufen auch fühlbar ist. Die Rede ist vom Pulsschlag.
Sobald das Blut Richtung Kapillargeflecht verläuft, verengen sich die Arterien zu Arteriolen. Die Arteriolen sowie die späteren Venolen welche nach dem Kapillargeflecht verlaufen, sind aber nicht nur ein Übergang, sondern hier finden Regulationsmechanismen statt, um den Blutdruck auf 25 – 35 mmHg zu senken und die Kapillar mit einem zu hohen Druck nicht zu überfordern, ggf. zu sprengen.
Nach dem Kapillarsystem fließt das Sauerstoffarme Blut über die Venolen in die Venen, welches sie wieder zurück zum Herzen transportieren. Das Blut sammelt sich hierbei in der oberen und unteren Hohlvene, welche Ihre Mündung im rechten Vorhof haben.
Gasaustausch Zelle:
Der Sauerstoff wird im Rahmen von Diffusion sowie unterschiedlicher Druckverhältnisse über ein Gefälle von den Erythrozyten gelöst und kann so über die feine Endothelwand der Kapillare in die Zelle vordringen, um zu Energie verarbeitet zu werden. Umgekehrt geben die Zellen das CO₂ ab, welche sich an die Eisenmoleküle des Hämoglobin in den Erythrozyten binden zum Weitertransport.
 
Großer Körperkreislauf:
linker Vorhof – Mitralklappe – linke Herzkammer – Aortenklappe – Aorta – Arterien – Arteriolen – Kapillargefäße – Gasaustausch – Venolen – Venen – obere- und untere Hohlvene
Blutdruck Systole Diastole

Druckwerte und Probleme

Blutdruck-werte (Blutdruck mmHg)
Umrechnung: 1 mmHg sind 133,322 Pascal oder 0,00133322 Bar
Neugeborene – 60/40
Säuglinge – 80/60
Kleinkind – 90/60
Schulkind – 100/60
Ab hier linearer Verlauf bis zum 18ten Lebensjahr 120/80
Erwachsenenwerte
Schock – Puls / Systole = Wenn Wert über 1 Tendenz zum Schock
Niedrig – <105/<65
Optimal – 120/80 ( optimaler blutdruck )
Normal – 130/85
Hochnormal – 131 bis 139 / 85 bis 89
erhöhter blutdruck
Hypertonie Grad I – 140 bis 159 / 90 bis 99
Hypertonie Grad II – 160 bis 179 / 100 – 109
Hypertonie Grad III – 180>/109>
 
Schock
Ein Schock lässt sich nicht pauschal als Wert ausmachen, sondern muss in Abhängigkeit mit dem Puls gesehen werden. Hierbei wird der Puls durch den Systolischen Wert dividiert, sollte hierbei der Wert größer als 1 sein tendiert die Person zum Schock. Es ist ein Indikator für die schnelle Einstufung einer Person und deutet eine Tendenz hin.
 
Niedrig (Hypotonie)
gilt nicht zwingend als Problem, wenn damit kein anderes Problem verbunden ist. Leider treten bei vielen Menschen bei niedrigen Werten Schwindel bis hin zur kurzen Bewusstlosigkeit ein, ab wann der niedrige Blutdruck als Erkrankung gezählt wird. Dies ist einmalig in Deutschland und wird in der EU als „German diseases“ mit einem Schmunzeln bezeichnet.
 
Optimal
Unter diesem Wert wurde eine optimale Synergie zwischen Herzaktivität und Versorgung des Körpers ausgemacht welche für einen Menschen im Ruhezustand gilt. Es dient auch als Referenzwert bei vielen Erkrankungen, die mit erhöhten Blutdrücken einhergehen.
 
Normal
Der Normalwert wurde vor der Einführung des Optimalen Wertes als Zielgröße festgesetzt mit der alten Bezeichnung <129/<85. Sie spiegelt auch einen Menschen unter leichter Belastung wider bei normaler Versorgung des Körpers mit Blut. Bei Menschen ab 50+ fällt der Hochnormalwert weg und der Wert steigt auf <149/<90
 
Hochnormal
spiegelt einen Menschen unter starker Belastung wieder bei normaler Versorgung des Körpers mit Blut. Bei Sportlern passt sich das Herz den Gegebenheiten an, wodurch beim Auswurf weniger Kraft notwendig wird und der Puls pro Minute physiologisch sinkt.
 
Grad I (milde Hypertonie)
Ab hier wird eine ärztliche und medikamentöse Überwachung angeraten, da im Dauerzustand sich der Stickstoff von den Arterienendothel löst und sich Arteriosklerotische Veränderungen zeigen.
 
Grad II (moderate Hypertonie)
Ein ärztliches einschreiten und medikamentöse sind ab hier dringend angeraten. Wie Grad I nur ausgeprägter. Das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt deutlich an.
 
Grad III (schwere Hypertonie)
Notfall mit stark erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall sowie Blutungen. Es besteht ohne handeln Lebensgefahr.
 
Was kann den Blutdruck erhöhen?
neben Anstrengung wie Stress oder Sport gibt es noch viele andere Faktoren welche den Blutdruck beeinflussen.
– Alkohol
– Rauchen
– Zu wenige Bewegung
– Ungesunde Ernährung
– Übergewicht
– Erkrankungen der Schilddrüse, Nieren, Lunge oder Herz
– Medikamente bsp. Kortison
– Genetisch bedingt
Was kann durch hohen Blutdruck passieren?
Ein hoher Blutdruck kann im schlimmsten Fall zu einer Blutung, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Doch in den seltensten Fällen sind es die akuten, welche Probleme bereiten, sondern die langwierigen, chronifizierten. Durch die Erhöhung wird die Stickstoffschicht im Endothel beschädigt, dies begünstigt neben Thrombosen auch das Risiko von Arteriosklerotischen Veränderungen, welche das Gefäß immer weiter verengen. Durch langfristiges Senken der Blutdruckwerte kann diesem wenigstens teilweise vorgebeugt werden und senkt das Risiko eines Gefäßverschlusses.

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