Weiterbildung-Reinhold

Welperstraße 51a
45525 Hattingen

0 23 24 / 99 07 464

Wir stehen Dir gerne auch telefonisch zur Verfügung.

Mo - Fr: 10 - 18 Uhr

Propofol ist ein häufig verwendetes intravenöses Anästhetikum, das vor allem in der Anästhesie zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie sowie zur Sedierung bei medizinischen Eingriffen eingesetzt wird. Gerne u. a. bei Magen- und Darmspiegelungen.
 
Propofol (2,6-Diisopropylphenol) ist ein stark lipophiles Medikament, das schnell aus dem Blutkreislauf in das Gehirn übergeht und eine rasche Anästhesie ermöglicht. Die Wirkung tritt innerhalb von Sekunden ein und seine Halbwertszeit ist relativ kurz (5 – 8 Minuten, je Quelle leichte Variation), was es zu einem gut steuerbaren Anästhetikum macht. Es wird hauptsächlich durch die Leber metabolisiert und die Metaboliten werden über die Nieren ausgeschieden.
 
Die anästhetische Wirkung selbst, beruht hauptsächlich auf der Modulation der Aktivität des Neurotransmitters GABA (Gamma-Aminobuttersäure) im zentralen Nervensystem. Propofol verstärkt dabei die Wirkung von GABA an den GABAA-Rezeptoren, was zu einer erhöhten neuronalen Inhibition (Beeinflussung einer Nervenzelle durch einen Impuls, der dieses Neuron nicht zur Bildung eines Aktionspotentials anregt, sondern es hemmt) führt. Dies resultiert in Hypnose (schlaf ähnlicher Zustand), Amnesie (teilweise oder vollständige Unfähigkeit sich zu erinnern) und einer verminderten Ansprechbarkeit des Zentralnervensystems auf Reize.

Nebenwirkungen bei Propofol

Obwohl es als sehr sicher und effektiv gilt, kann es verschiedene Nebenwirkungen haben, darunter:
Kreislaufreaktionen: Hypotension und Bradykardie sind möglich, besonders bei schneller Injektion und bei Patienten mit vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankungen.
Atemdepression: Propofol kann eine deutliche Atemdepression bis zum Atemstillstand bewirken, was eine Überwachung der Atemfunktion erforderlich macht. (Vermutliche Todesursache bei Michael Jackson 2009)
 
Propofol-Infusionssyndrom: Eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation, die vor allem bei langfristiger und hoch dosierter Anwendung auftritt und mit metabolischer Azidose, Rhabdomyolyse, Herz-Kreislauf-Versagen und möglicherweise Tod verbunden ist. Sie wird eher im Intensivbereich berichtet.

Allergische Reaktionen: Propofol kann allergische Reaktionen auslösen, einschließlich Anaphylaxie. Da es mit Sojaöl angemischt ist, müssen Sojaallergien immer berücksichtigt werden.

Schmerz bei Injektion: Viele Patienten erfahren einen Schmerz an der Injektionsstelle, oft beschrieben als massive Kälte.
Schlafmilch ist selbst kein typischer Begriff aus der Medizin, sondern wird gerne mal vom Personal verwendet, da die Ähnlichkeit zu Milch schon gut sichtbar ist.

Quelle:
Sahinovic et al., Clinical Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Propofol. Clin Pharmacokinet. 57(12):1539-58. 2018