Mangelernährung im Alter – Erkennen, Screenen, Handeln
Mangelernährung betrifft bis zu 60 % der Pflegeheimbewohner und ist ein eigenständiger Risikofaktor für Dekubitus, Infektionen, Sturzgefahr und erhöhte Sterblichkeit. Früherkennung durch Screening rettet Leben.
Was ist Mangelernährung?
Mangelernährung im Alter bedeutet nicht nur „zu wenig essen“. Die DGEM unterscheidet:
Quantitative Mangelernährung
Zu geringe Energiezufuhr, führt zu Gewichtsverlust und Abbau von Fett- und Muskelmasse (Kachexie/Sarkopenie).
Qualitative Mangelernährung
Defizit an Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) bei ggf. normaler Kalorienzufuhr. Häufig bei einseitiger Ernährung.
Sarkopenie
Altersbedingter Verlust von Muskelmasse und -kraft. Eng verbunden mit Mangelernährung. Erhöht Sturz- und Frakturrisiko massiv.
Merksatz: Ein übergewichtiger Mensch kann mangelernahrt sein – wenn Eiweiß, Vitamine oder Mineralstoffe fehlen. BMI allein reicht nicht als Beurteilung.
GLIM-Kriterien – Internationale Diagnosestandards
Die GLIM-Kriterien (Global Leadership Initiative on Malnutrition, 2019) sind der international anerkannte Standard zur Diagnose von Mangelernährung. Die DGEM-Leitlinie 2025 empfiehlt ihre Anwendung. Das Verfahren ist zweistufig:
Schritt 1: Screening (Risiko identifizieren)
Validiertes Screening-Tool einsetzen (MNA-SF, NRS 2002 oder MUST). Bei positivem Ergebnis folgt Schritt 2.
Schritt 2: Diagnostik (mind. 1 phänotypisches + 1 ätiologisches Kriterium)
Phänotypische Kriterien
- Ungewollter Gewichtsverlust: > 5 % in 6 Monaten oder > 10 % darüber hinaus
- Niedriger BMI: < 20 kg/m² (< 70 Jahre) bzw. < 22 kg/m² (≥ 70 Jahre)
- Reduzierte Muskelmasse: Nachweis durch Messung (z. B. BIA, Wadenumfang < 31 cm, Handkraftmessung)
Ätiologische Kriterien
- Reduzierte Nahrungsaufnahme: ≤ 50 % des Bedarfs über > 1 Woche oder jede Reduktion über > 2 Wochen
- Malabsorption / Maldigestion: GI-Erkrankungen, Kurzdarmsyndrom
- Krankheitsbedingte Inflammation: Akute Erkrankung, chronische Erkrankung, Tumorkachexie
Wichtig für die Pflege: Der BMI-Grenzwert ist altersabhängig – bei Personen über 70 Jahren liegt er bei < 22 (nicht < 20). Ein 75-Jähriger mit BMI 21 erfüllt also bereits das GLIM-Kriterium. Der Wadenumfang (< 31 cm) ist ein einfaches, in der Pflege gut messbares Screening-Maß für Muskelverlust.
Screening – MNA und andere Instrumente
Der DNQP-Expertenstandard Ernährungsmanagement fordert ein systematisches Screening bei Aufnahme und bei Zustandsveränderungen:
| Instrument | Anwendung | Bewertung |
|---|---|---|
| MNA-SF (Mini Nutritional Assessment – Short Form) | 6 Fragen: Appetit, Gewichtsverlust, Mobilität, Stress/Krankheit, neuropsych. Probleme, BMI | 12–14 = normal, 8–11 = Risiko, 0–7 = Mangelernährung |
| NRS 2002 (Nutritional Risk Screening) | Krankenhaus-Standard, berücksichtigt Ernährungszustand + Krankheitsschwere | ≥ 3 Punkte = ernährungsmedizinische Intervention |
| MUST (Malnutrition Universal Screening Tool) | BMI + ungewollter Gewichtsverlust + akute Erkrankung | 0 = geringes Risiko, 1 = mittleres Risiko, ≥ 2 = hohes Risiko |
| PEMU (Pflegerische Erfassung Mangelernährung und deren Ursachen) | In der SIS/Strukturmodell integriert | Screening + Ursachenanalyse in einem |
Ursachen – Warum essen ältere Menschen zu wenig?
Körperliche Ursachen
- Schluckstörungen (Dysphagie): Nach Schlaganfall, bei Parkinson, Demenz – Aspirationsgefahr
- Kau- und Zahnprobleme: Schlechter Zahnstatus, schlecht sitzende Prothesen
- Geschmacks-/Geruchsverlust: Altersbedingt, medikamentenbedingt – Essen „schmeckt nach nichts“
- Schmerzen: Mundschmerzen, Bauchschmerzen, chronische Schmerzen mindern den Appetit
- GI-Beschwerden: Übelkeit, Obstipation, Sodbrennen, Gastroparese
Psychische und soziale Ursachen
- Depression: Häufigste psychische Ursache für Appetitlosigkeit im Alter
- Einsamkeit: Allein essen reduziert die Nahrungsaufnahme um bis zu 30 %
- Demenz: Vergessen zu essen, Nahrung nicht erkennen, Unruhe beim Essen
- Medikamente: Viele Medikamente verursachen Übelkeit, Mundtrockenheit oder Appetitlosigkeit
- Armut: Geringe Rente → Einsparung bei Lebensmitteln
Folgen der Mangelernährung
Mangelernährung ist kein „harmloser Nebenbefund“ – sie ist ein eigenständiger, unabhängiger Risikofaktor mit gravierenden Konsequenzen:
Sarkopenie & Gebrechlichkeit
Muskelmasse- und Kraftverlust → eingeschränkte Mobilität → erhöhtes Sturzrisikofaktoren und Hüftfrakturen. Teufelskreis: weniger Bewegung → weniger Appetit → noch mehr Muskelverlust.
Wundheilungsstörung
Eiweißmangel verzögert die Wundheilung massiv. Mangelernährte haben ein 2–3-fach erhöhtes Dekubitusrisiko. Vitamin C und Zink sind für die Kollagensynthese essenziell.
Infektanfälligkeit
Geschwächte Immunabwehr durch Eiweiß- und Mikronährstoffmangel. Erhöhte Rate an Pneumonien, Harnwegsinfekten und Wundinfektionen. Längere Krankenhausaufenthalte.
Kognitive Verschlechterung
Vitamin-B12-, Folat- und Vitamin-D-Mangel sind mit kognitivem Abbau assoziiert. Mangelernährung beschleunigt den Verlauf einer Demenz.
Erhöhte Mortalität
Laut DGEM-Leitlinie 2025 ist Mangelernährung ein unabhängiger Prädiktor für die Sterblichkeit bei älteren Menschen – sowohl ambulant als auch stationär.
Erhöhte Kosten
Mangelernährte Patienten liegen im Durchschnitt länger im Krankenhaus, haben mehr Komplikationen und verursachen höhere Behandlungskosten.
Pflegerische Maßnahmen – Ernährung fördern
Angenehme Essensatmosphäre: Tisch decken, aufrechte Sitzposition, keine Hetze, gemeinsam essen. Kleine Portionen, häufigere Mahlzeiten (5–6x/Tag). Lieblingsgerichte anbieten, Biografie berücksichtigen.
Kaloriendichte erhöhen ohne Portionsgröße zu steigern: Sahne, Butter, Öl, Nussmus, Käse in Speisen einarbeiten. 1 EL Rapsöl = +90 kcal.
Bei MNA ≤ 11 oder ungewolltem Gewichtsverlust > 5 % in 3 Monaten: ärztliche Verordnung von Trinknahrung (z. B. Fresubin, Fortimel). Verordnungsfähig über Krankenkasse bei medizinischer Indikation.
Bei Schluckstörungen: Logopädische Abklärung, Konsistenzanpassung (passiert, weich, püriert), Getränke andicken. IDDSI-Framework (International Dysphagia Diet Standardisation Initiative) als Referenz.
Adaptiertes Besteck (gewinkelte Gabeln, Griffverdickungen), rutschfeste Teller, Schnabelbecher. Bei Bedarf Essbegleitung – nicht füttern, sondern zum Selbstessen anleiten. Finger Food bei Demenz.
Wöchentliches Wiegen, Dokumentation im Ernährungsprotokoll. Gewichtsverlust > 5 % in 3 Monaten oder > 10 % in 6 Monaten → kritischer Grenzwert, Arzt informieren.
Eiweißbedarf im Alter – Sarkopenie vorbeugen
Die DGEM und ESPEN empfehlen für ältere Menschen eine deutlich höhere Eiweißzufuhr als früher:
| Situation | Eiweißbedarf | Beispiele |
|---|---|---|
| Gesunde ältere Menschen | 1,0–1,2 g/kg KG/Tag | 70 kg = 70–84 g Eiweiß/Tag |
| Bei Mangelernährung/Sarkopenie | 1,2–1,5 g/kg KG/Tag | 70 kg = 84–105 g Eiweiß/Tag |
| Bei Dekubitus/Wundheilung | 1,25–1,5 g/kg KG/Tag | + Vitamin C, Zink (→ Dekubitus) |
| Bei Niereninsuffizienz (ohne Dialyse) | 0,8 g/kg KG/Tag | Individuelle ärztliche Anpassung |
Eiweiß-Booster: 100 g Magerquark = 13 g Eiweiß, 1 Ei = 7 g, 100 g Hähnchenbrust = 24 g, 30 g Käse = 7 g, 200 ml Milch = 7 g. Über den Tag verteilen – gleichmäßig auf 3 Mahlzeiten, nicht eine einzige große Eiweißportion.
Kritische Mikronährstoffe im Alter
Neben dem Eiweißmangel sind bestimmte Mikronährstoffdefizite bei älteren Menschen besonders häufig und folgenschwer. Die DGEM-Leitlinie 2025 und die DGE-Referenzwerte (3. Aufl. 2025) empfehlen gezieltes Monitoring:
| Nährstoff | Problem im Alter | Folgen des Mangels | Maßnahme |
|---|---|---|---|
| Vitamin D | Mangel bei 50–90 % der Pflegeheimbewohner (geringe Sonnenlichtexposition, verminderte Hautsynthese) | Osteoporose, erhöhtes Sturz- und Frakturrisiko, Immunschwäche | DGE: 20 µg/Tag (800 IE) Supplementierung bei fehlender Eigensynthese; ggf. höhere Dosierung nach ärztlicher Kontrolle |
| Vitamin B12 | Atrophische Gastritis (20–30 % der über 65-Jährigen) reduziert Resorption; Medikamente (PPI, Metformin) | Megaloblastäre Anämie, Polyneuropathie, kognitiver Abbau | Laborscreening (Holotranscobalamin); orale Substitution oder i.m.-Injektion |
| Folat | Geringe Zufuhr durch wenig Gemüse, Obst, Vollkorn; verstärkter Bedarf bei Alkoholkonsum | Anämie, erhöhter Homocystein-Spiegel (kardiovaskuläres Risiko) | Blattgemüse, Hülsenfrüchte, angereicherte Lebensmittel |
| Eisen | Chronische Erkrankungen, Blutungen (GI-Trakt), gestörte Resorption | Eisenanämie: Müdigkeit, Schwäche, Belastungsintoleranz | Ursachenabklärung vor Supplementierung; häufig ärztlich abzuklären (Ferritin, Transferrin) |
| Zink | Geringe Zufuhr bei einseitiger Ernährung; Verluste durch Diuretika | Wundheilungsstörung, Geschmacksverlust (verstärkt Appetitlosigkeit), Immunschwäche | Fleisch, Vollkorn, Hülsenfrüchte; Substitution bei Dekubitus/Wunden |
| Calcium | Geringe Milchprodukt-Zufuhr, Laktoseintoleranz (im Alter häufiger) | Osteoporose, erhöhtes Frakturrisiko | DGE: 1000 mg/Tag; Milchprodukte, calciumreiches Mineralwasser, ggf. Supplemente |
Vitamin-D-Mangel ist kein Bagatellbefund: Die DGEM-Leitlinie 2025 empfiehlt für ältere Menschen ohne ausreichende Sonnenlichtexposition eine generelle Vitamin-D-Supplementierung von 800 IE/Tag. In Pflegeheimen betrifft dies praktisch alle Bewohner. Die Kombination von Vitamin D + Calcium ist nachweislich frakturprotektiv.
Mangelernährung und Dehydratation – Zwillingsrisiko
Die DGEM hat ihre Leitlinie 2025 bewusst um Hydrierung erweitert: „Klinische Ernährung und Hydrierung im Alter“. Beide Probleme treten häufig gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig.
Warum trinken ältere Menschen zu wenig?
- Vermindertes Durstempfinden – altersphysiologisch; Durstgefühl setzt später ein
- Angst vor Inkontinenz – bewusste Trinkreduktion (Inkontinenz)
- Schluckstörungen – Aspiration von dünnen Flüssigkeiten
- Kognitive Einschränkung – Vergessen zu trinken
- Medikamente – Diuretika verstärken den Flüssigkeitsverlust
Zeichen der Dehydratation
- Klinisch: Stehende Hautfalten, trockene Mundschleimhaut, konzentrierter Urin, Verwirrtheit
- Labor: Erhöhtes Serum-Natrium (> 145 mmol/l), erhöhte Serumosmolalitat, erhöhter Harnstoff/Kreatinin-Quotient
- Trinkmenge: Mindestzufuhr 1,3 l/Tag (DGE-Referenzwert für über 65-Jährige aus Getränken); Gesamtflüssigkeit inkl. Nahrung ca. 2,0 l/Tag
Führen Sie Trinkprotokolle parallel zum Ernährungsprotokoll. Bieten Sie Flüssigkeit aktiv an – nicht nur zu den Mahlzeiten, sondern auch zwischendurch. Getränke in Sichtweite stellen. Bei Schluckstörungen: Getränke andicken (IDDSI-Stufe 1–3).
Weitere Informationen: Flüssigkeitsmangel (Exsikkose)
Häufige Fragen zur Mangelernährung
Wann ist eine PEG-Sonde sinnvoll?
Eine PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) wird erwogen, wenn orale Ernährung trotz aller Maßnahmen dauerhaft nicht ausreicht und eine Besserung des Grundzustands realistisch ist. Bei fortgeschrittener Demenz ist der Nutzen einer PEG nicht belegt – die DGEM-Leitlinie 2025 rät hier von routinemäßiger Sondenanlage ab. Ethische Abwägung, Patientenverfügung und Angehörigengespräch sind unerlässlich.
Bezahlt die Krankenkasse Trinknahrung?
Ja – bei medizinischer Indikation (Mangelernährung, Dysphagie, Tumorkachexie etc.) ist Trinknahrung verordnungsfähig auf Kassenrezept gemäß § 31 Abs. 1 S. 2 SGB V i. V. m. der Arzneimittel-Richtlinie § 18–21. Der Arzt verordnet, die Krankenkasse übernimmt die Kosten abzüglich gesetzlicher Zuzahlung. Wichtig: Die Diagnose muss auf dem Rezept stehen, und eine Prüfung, ob normale Ernährung (einschließlich Anreicherung) nicht ausreicht, muss dokumentiert sein.
Wie unterscheidet sich Mangelernährung von Flüssigkeitsmangel?
Mangelernährung bezieht sich auf Nährstoff- und Energiedefizite, Flüssigkeitsmangel (Exsikkose) auf Wasserdefizit. Beide treten im Alter häufig gleichzeitig auf und verstärken sich gegenseitig – deshalb hat die DGEM ihre Leitlinie 2025 zu „Ernährung und Hydrierung im Alter“ erweitert. Die Assessments sind unterschiedlich (MNA vs. Trinkprotokoll), aber beide müssen parallel erhoben werden.
Was bedeutet „Essen anreichen“ rechtlich?
„Essen anreichen“ bedeutet, das Essen zum Mund zu führen, wenn die betroffene Person dies nicht mehr selbst kann. Es zählt zur Grundpflege und darf von Pflegehilfskräften durchgeführt werden. Wichtig: Vor dem Anreichen immer die Schluckfähigkeit prüfen (Aspirationsgefahr). Bei Dysphagie ist eine logopädische Abklärung und Konsistenzanpassung vorrangig. „Anreichen“ ersetzt niemals die Förderung der Selbstständigkeit.
Sollte Vitamin D pauschal supplementiert werden?
Für ältere Menschen in Pflegeheimen oder mit geringer Sonnenlichtexposition: Ja. Die DGEM-Leitlinie 2025 und die ESPEN-Leitlinie empfehlen 800 IE (20 µg) Vitamin D täglich für ältere Erwachsene ohne ausreichende endogene Synthese. Die DGE (3. Aufl. 2025) gibt denselben Referenzwert an. Ein 25-OH-Vitamin-D-Spiegel < 30 nmol/l gilt als Mangel, < 50 nmol/l als unzureichend.
Was sagt der Expertenstandard Ernährungsmanagement?
Der DNQP-Expertenstandard „Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“ (1. Aktualisierung 2017) fordert ein systematisches Screening bei Aufnahme und bei klinischen Veränderungen, individuelle Maßnahmenplanung und interprofessionelle Zusammenarbeit. Eine 2. Aktualisierung ist laut DNQP (Stand 2026) in Bearbeitung. Der Standard bildet zusammen mit der DGEM-Leitlinie 2025 die fachliche Grundlage für die Ernährungsversorgung in der Pflege.
Dokumentation und Pflegeplanung
Mängel in der Ernährungsdokumentation sind einer der häufigsten Beanstandungspunkte bei MD-Qualitätsprüfungen.
Validiertes Instrument einsetzen (MNA-SF oder PEMU). Ergebnis in SIS/Pflegedokumentation eintragen. Bei Risiko: sofort Assessment (GLIM-Kriterien, Gewicht, BMI, Wadenumfang).
Kalorien-/Eiweißziel festlegen. Mahlzeitengestaltung, Anreicherung, ggf. Trinknahrung planen. Allergíen, Intoleranzen und biographische Vorlieben berücksichtigen.
Mindestens monatlich, bei Risiko wöchentlich. Immer gleiche Bedingungen (morgens, nüchtern, gleiche Kleidung). Gewichtsverlauf grafisch darstellen.
Bei Risikopatienten: 3–7 Tage ein Ess- und Trinkprotokoll führen. Kalorienzufuhr abschätzen. Bei < 75 % des Bedarfs über 3 Tage: Maßnahmen intensivieren.
Wenigstens monatlich Wirksamkeit überprüfen. Gewichtsverlust > 5 % in 3 Monaten oder > 10 % in 6 Monaten → Arzt informieren. Maßnahmenplan anpassen.
Quellenangaben
- DGEM S3-Leitlinie: Klinische Ernährung im Alter (AWMF 073-019, 2025)
- DNQP: Expertenstandard Ernährungsmanagement (1. Aktualisierung 2017) (2. Aktualisierung in Bearbeitung).
- Vellas B et al.: The Mini Nutritional Assessment (MNA) and Its Use in Grading the Nutritional State of Elderly Patients. Nutrition 1999; 15(2):116–122.
- Volkert D et al.: ESPEN Guideline on Clinical Nutrition and Hydration in Geriatrics. Clin Nutr 2022; 41(4):958–989.
- Cederholm T et al.: GLIM criteria for the diagnosis of malnutrition – A consensus report. Clin Nutr 2019; 38(1):1–9.
- DGE/ÖGE: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 3. Aufl. 2025.
- BMG – Bundesministerium für Gesundheit, Pflege
Hinweis: Diese Seite dient der fachlichen Information. Ernährungstherapeutische Maßnahmen bedürfen der ärztlichen Abklärung. Stand: April 2026.
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Das MNA (Mini Nutritional Assessment) für ältere Menschen und das MUST (Malnutrition Universal Screening Tool) für Erwachsene allgemein sind validierte Screening-Instrumente, die im DNQP-Expertenstandard empfohlen werden. Sie erfassen mehrere Dimensionen (Gewichtsverlust, BMI, Nahrungsaufnahme, Mobilität). A: Der BMI allein ist bei älteren Menschen wenig aussagekräftig (Muskelschwund, Ödeme). C: Die Braden-Skala misst Dekubitusrisiko, nicht Ernährungsstatus. D: Serumalbumin reagiert langsam und wird durch viele Faktoren beeinflusst.
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