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Diabetes Typ I – der Honigsüße Ausfluss

Diabetes Typ I
Bereits auf den alten Papyrusrollen der Ägypter sind Probleme mit dem Blutzucker bekannt, auch wenn es zu dieser Zeit noch als tödliche Erkrankung galt und anhand des Uringeschmackes diagnostiziert wurde. Heute hat die Erkrankung dank moderner industriell gefertigter Insuline einiges an Schrecken verloren, auch wenn es sich immer noch um eine schwere Erkrankung handelt, die mit vielen Folgeerscheinungen einhergeht. Weltweit sind ca. 425 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt (Angaben Techniker Krankenkasse) und das Wachstum wird auf 700 Millionen bis zum Jahr 2050 geschätzt.
Beim Diabetes Typ 1 welcher ca. 10 % aller erkrankten ausmacht, ist primär typisch für Kinder und Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr bei Erstdiagnose, auch wenn theoretisch noch ein späteres Eintreten möglich ist, sind die meisten zwischen dem 10 und 15 Lebensjahr betroffen. Hierbei handelt sich primär um eine Autoimmunreaktion, bei der die B-Zellen der Langerhans-Inseln im Pankreas angegriffen und zerstört werden. Die anfangs noch symptomlos verlaufende Erkrankung bleibt so lange stabil, bis genug Insulinproduzierende B-Zellen zerstört sind, sodass der Insulinspiegel die Blutzuckereinfuhr in die Zellen nicht weiter aufrechterhalten kann, in dessen Folge dieser immer weiter ansteigt.
 

Frühsymptome Diabetes Typ 1

Häufige erste Symptome können sein:

– Starker Durst
– Häufiges Wasserlassen
– Gewichtsabnahme
– Muskelschwäche
– Müdigkeit
– Lethargie
– Trockene Haut
– Sehstörungen
Beim Fortschreiten kann es zu einer diabetischen Ketoazidose kommen, da der Körper versucht Ersatzstoffe (Ketonkörper) zu produzieren und dabei eine Übersäuerung auslöst.
Prägnant dafür sind:
– Azetongeruch der Haut, Atem und Urin
– Bauchschmerzen
– Übelkeit und Erbrechen
– stark vertieftes ein- und ausatmen (Kussmaul-Atmung)
– Bewusstseinseintrübung schnell fortschreitend
– Bewusstseinsverlust
– Koma
– Tod
Die Diagnosestellung ist mit heutigen Labormethoden schnell und kann binnen weniger Minuten gestellt werden. Hierfür wird typischerweise der Blutzucker bestimmt und eine Urinprobe genommen, um einen ersten Verdacht zu erhärten, im weiteren Verlauf kommen noch weitere Verfahren zum Einsatz, um die Diagnose zu sichern.
Bei Typ II Diabetikern kann es im Verlauf der Erkrankung auch zum Ausfall der Langerhans-Inseln kommen bzw. dass die B-Zellen nicht mehr in der Lage sind Insulin zu produzieren. Bis heute wird sich über das Verfahren hierzu gestritten, da keine Autoimmunreaktion vorliegt, dennoch aber ein Komplettausfall. Da häufig Typ II Diabetiker in der Kategorie bleiben, kann dies sehr trügerisch sein bei der pflegerischen Versorgung, weil auch Symptome der Ketoazidose auftreten können, eine Abklärung des weiteren Verfahrens wird momentan durch eine Expertengruppe bearbeitet.
Demnach sollte auch bei Insulinpflichtigen Typ II Diabetiker auf Anzeichen einer Ketoazidose geachtet werden.
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